Der Schulhof vor der Umgestaltung

Zurzeit ist das Schulgelände noch komplett mit einem durchgehenden Pflaster versiegelt. Schmale Beete befinden sich an den Hauswänden. Die Bepflanzung umfasst wenige Arten, wobei immergrüne, nicht heimische Pflanzen überwiegen. Die Beete sind eingefasst mit Metallstangen, die erfolgreich das Betreten verhindern. Außerdem befindet sich auf dem Schulgelände eine Anzahl mittlerer und großer Bäume.

Große, alte Bäume...
Große, alte Bäume...

Es gibt einen eingezäunten Fußballplatz, diverse Schaukel- und Klettergeräte und das „Indianerdorf“, bestehend aus kleinen Holzhütten. Als Sitzgelegenheit sind unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden, u. a. Bänke, Baumstämme und Steinquader.
Insgesamt macht der Schulhof einen aufgeräumten, weiträumigen Eindruck, bei dem die versiegelten Flächen dominieren.

...und richtig viel Beton.
...und richtig viel Beton.

Der NaturErlebnisSchulhof: „Da blüht uns was…!“

Noch in diesem Jahr wollen wir unseren Schulhof naturnah umgestalten. Dafür werden wir kleinteilige Strukturelemente wie Trockenmauern einbauen und sehr unterschiedliche, ganz überwiegend heimische Wildpflanzen verwenden. Durch diese wird sich sehr bald eine Vielzahl von Tieren ansiedeln – zumal das Gelände an einem Bahngleis (also einem durchgehenden Biotopkorridor) liegt.
Mit diesem Artenreichtum ermöglichen wir den Kindern vielfältige Natur-Erlebnisse im Verlaufe eines langen Schultages.

Königskerzen (gelb) sind Futterpflanzen für 90 Insektenarten: Schmetterlinge, Käfer, Wanzen usw.
Königskerzen (gelb) sind Futterpflanzen für 90 Insektenarten: Schmetterlinge, Käfer, Wanzen usw.

Von wilden Blüten und kindlichem Natur-Erleben

Damit sorgen wir also vor „unserer Haustür“ für die allseits beschworene biologische Vielfalt. Gleichzeitig werden unsere Schulkinder zu Nutz-ge-nießern dieser Pracht und die täglichen Beobachtungen werden bei vielen zu einem tiefen und persönlichen Bezug zu Natur und Umwelt führen. Durch eine kluge Pflanzenauswahl ist zudem gewährleistet, dass die Kinder Blühpflanzen und ihre tierischen Gäste über einen Großteil des Jahres beobachten können. So erleben sie künftig eine möglichst vielfältige Umgebung, reich an Sinneseindrücken und Naturerfahrungen, die sie bisher viel zu selten machen konnten.

Artgerechte Kinderhaltung.
Artgerechte Kinderhaltung.

Durch naturnahe Gestaltung „Tiere pflanzen“

Unsere Tiere und Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution über Jahrtausende aneinander angepasst. Sie gehören zusammen wie Schlüssel und Schloss. Einheimische Wildsträucher, Stauden und Blumen werden von wesentlich mehr Tierarten genutzt als Pflanzen exotischer Herkunft oder Zuchtformen. Dieses Prinzip ökologischer Lebensgemeinschaft machen wir uns zunutze, wenn wir bewusst heimische Wildpflanzen ansiedeln. Wir „pflanzen quasi Tiere“…
Für eine derartige naturnahe Umgestaltung kamen nur Fachleute in Frage, die nach diesen Prinzipien planen und die nötige Erfahrung haben. Daher entschieden wir uns für das Planungsbüro Grünwerkstatt und den Fachbetrieb für Naturnahes Grün Lory Naturgarten.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee reifte in folgenden Schritten heran:
•    September: Gründung der Schulhof-AG
•    Oktober: zwei Hofbegehungen mit den Planerinnen, erste Vorplanungen
•    bis Februar: Ideen-Wettbewerb der 2.-4. Klassen „Unser Traum-Schulhof“
•    März: Endplanung unter Einbezug vieler Kinderwünsche
Mit der Umgestaltung wollen wir in der Woche nach den Maiferien beginnen. Ab 29.5. soll an sechs Tagen unter aktiver Beteiligung der Kinder und Eltern auf einer „Mitmachbaustelle“ das Gelände angelegt und bepflanzt werden. Angeleitet werden die Arbeiten von beauftragtem Planungsbüro und der Gartenbaufirma.

Mitmachbaustelle weit südlich Hamburgs.
Mitmachbaustelle weit südlich Hamburgs.

Dieser Zeitplan ist sinnvoll, da so eine 6-wöchige Bewässerung der frischen Ansaaten und Jungpflanzen gewährleistet ist. Wahrscheinlich werden wir an einem der letzten Schultage vor den Ferien, wenn hoffentlich bereits die ersten Blüten zu sehen sein werden, unter Beteiligung von Prominenz und Presse unseren neuen NaturErlebnisSchulhof feierlich eröffnen. In den anschließenden Sommerferien können die Pflanzen ungestört anwachsen und Lücken schließen.
Im Herbst ist schließlich noch das Setzen einer Vielzahl von Blumenzwiebeln geplant, damit bereits im zeitigen Frühjahr die ersten Insekten beobachtet werden können.

Neben vielen anderen Ideen (siehe Entwurfszeichnung) setzen wir v. a. die folgenden Schwerpunkte:
1.    Umgestaltung und Neuanlage von Beeten mit heimischen Pflanzen auf dem ganzen Schulgelände (gesamt ca. 450 m²)
2.    Anlage einer Wildblumen-Wiese (zwei Flächen mit gesamt ca. 180 m²)
3.    Gestaltung eines NaturErlebnisRaumes mit großflächiger Entsiegelung der Auffahrt (ca. 430 m²); tatsächlich verdient diesen Ausdruck allerdings das gesamte neu angelegte Schulgelände.

Der Plan in groß zum Runterladen
3_OriginalPlan_A1_schulhof_SternschanzeE
JPG Bild 12.8 MB

Ein Ausblick

Die Grundvoraussetzung für ökologisch sinnvolles Handeln ist das Interesse und die Freude an der Natur. Mit der naturnahen Geländeumgestaltung ermöglichen wir unseren Kindern in Pausen und Freizeiten eine Vielzahl von Erfahrungen und Beobachtungen durch die sich nach und nach einstellende Artenvielfalt auf unserem Schulhof. Diese sollten zum einen durch Unterrichtsgänge ergänzt werden (z.B. im Sachunterricht Insekten beobachten oder Pflanzen bestimmen). Darüber hinaus wollen wir bei der Gestaltung unseres Kursangebots künftig mehr auf den Schwerpunkt „Naturerziehung“ achten. Das könnten etwa Kurse über Bienen inkl. dem Bau von Nisthilfen sein oder ein Imkerkurs mit einem schuleigenen Bienenvolk.
Weitere Maßnahmen zur Ermöglichung zahlreicher Naturerfahrungen werden wir im Laufe der kommenden Jahre entwickeln.

In Hamburg gibt es zwar bereits vereinzelt Schulhöfe, die in den letzten Jahren naturnah umgestaltet wurden. Es handelt sich dabei aber stets nur um Teilflächen und der Schwerpunkt lag mehr auf Geländemodellierungen und kindgerechten Bewegungsmöglichkeiten. Die Auswahl heimischer Pflanzen zur Erhöhung der Artenvielfalt stand dabei nicht im Mittelpunkt der Planungen. Gerade mit dieser bewussten Auswahl schaffen wir aber erst die so wichtige Naturbegegnung für Stadtkinder, um die es uns geht.


Und?
Helfen Sie mit, so dass unsere Kinder ihre Umgebung künftig
aus einer ganz neuen Perspektive erleben können?

 

Spendenkonto:
Schulverein Sternschanze e.V.
IBAN: DE69 4306 0967 2039 4529 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank
Stichwort: „Schulhof“

 

 


Mitarbeit in der Umwelt-AG

Bitte unterstützen Sie nach Möglichkeit die Arbeit der Schulhof-AG, indem Sie an den Treffen teilnehmen oder zeitweise mitarbeiten. Das nächste Treffen findet statt
 
am Donnerstag, den 21. September 2017
um 15.30 Uhr
im kleinen Besprechungszimmer der Altonaer Straße

Gerne nehmen wir Sie in den Verteiler auf, so dass Sie künftig alles Aktuelle über unsere Arbeit erfahren.
 
Kontakt über Stefan Behr  stefan.behr@kabelmail.de  oder  0177-3358308

Protokoll der Umwelt-AG
Protokoll Umwelt AG 13.07.17.doc
Microsoft Word Dokument 51.5 KB

 

 

 

Hier ist der passende Film zum Thema:

 

Einen aktuellen Bericht vom NDR gibt es hier.