Philosophieren:

Selber denken – miteinander denken - weiterdenken

Kann ein Stein mein Freund sein? Wozu bin ich da?
Wie wäre es, wenn wir wie ein Vogel fliegen könnten?
Kann man mit dem Tod befreundet sein? Ist unser Leben nur ein Traum?
Kann man das Glück finden und wo ist es gerade?
Brauchen wir die Angst? Plant die Ameise ihren Tag?
Wie sähe unser Leben aus, wenn die Pflanzen Rechte hätten?
Wie wäre ein Leben ohne Zeit? Sind Mensch und Tier frei? Und vieles mehr…
Wer gern über solche oder ähnliche Fragen anhand von Bilderbücher, Geschichten oder philosophischen Fragen nachdenkt ist beim  „Philosophieren mit Kindern“ genau richtig. Unsere Philogruppen finden additiv zum Unterricht, entweder in der 8 Uhr Schiene oder Freitag nach dem Mittagessen statt. Außerdem haben wir eine Enrichmentphilogruppe für besonders Begabte während der Unterrichtszeit für die Jahrgänge 3 und 4 eingerichtet.

Sabine Schummer
Multiplikatorin für das Philosophieren mit Kindern

Tratschen Tomaten und wenn ja worüber?
Ein Philogespräch mit Nadja (3c), Ada (3d), Greta (3d), Lilith (3d),
Maali (3d), Mai Lien (3d), Milla(3e) und Billie (3f)


-    Ob die Tratschen kann sein oder kann nicht sein. Ich glaube, sie machen es nur, wenn sie nicht beachtet werden.
-    Sie befruchten sich ja auch irgendwie, also müssten sich die männlichen und die weiblichen Tomaten ja irgendwie verständigen.
-    Mit einer Überwachungskamera kämen wir vielleicht dahinter.
-    Wenn sie wirklich tratschen, fände ich das gut, weil man sich ja dann mit ihnen unterhalten könnte.
-    Ne, das wäre schlecht, weil man sie ja dann nicht mehr essen mag. Dann hätten sie ja auch einen Körper und ein Gehirn.
-    Wenn ein Mensch die Tomatensprache versteht, dann könnte man mehr über Tomaten wissen.
-    Ja, man könnte etwas über ihr Wesen herausfinden.
-    Aber Tomatensprache kann man ja gar nicht erlernen. Menschen und Tomaten haben doch ganz verschiedene Sprachen.
-    Aber man weiß ja gar nicht, ob sie wirklich sprechen können.
-    Es gibt immer eine Lösung: man sollte sie beobachten, um ihre Sprache zu erforschen.
-    Man müsste Tomatenbücher  in Tomatensprache haben, die kann man dann ja lernen.
-    Ja, aber irgendjemand muss diese Bücher ja geschrieben haben, das muss man ja lesen können. Man müsste einen Tomatenmenschen haben, der Tomatisch kann.
-    Was wäre denn das für ein Mensch?
-    Und wie geht Tomatisch?
-    Das kann ja höchstens Zeichensprache sein.
-    Tomatisch ist vielleicht so leise, dass wir es gar nicht hören können.
-    Und worüber sprechen die nun?
-    Falls sie wirklich tratschen, dann bewegen sie dabei ihre Stiele und damit sagen sie sich dann etwas.
-    Sie sprechen darüber, wann und wie sie gepflückt werden, wie sie verkauft werden und was so auf sie zukommt.
-    Oder: Wie wird das Wetter? Wann kommt das nächste Unwetter?
-    Oder über die neuste Mode in der Tomatenzubereitung.
-    Ich glaube Tomatisch ist so ein Schaukeln und Wackeln und wenn man reinbeißt, das Geräusch, das dann entsteht, und das heißt dann: Lass‘ mich leben! Ich bin cool!
-    Vielleicht haben die Tomaten auch die Sträucher, an denen sie hängen, zu Freunden. Die helfen ihnen, dass sie nicht unter der Erde wachsen müssen.
-    Es gibt ja Tomaten aus vielen Ländern. In jedem Land gibt es dann eine andere Tomatensprache oder?
-    Früher hat man sie noch gegessen, sie waren lecker, und jetzt kann man mit denen Kaffee trinken oder in die Schule gehen. Hm!
-    Also ich glaube, Tomaten unterhalten sich über nichts.

Die Schokoladengeschichte
Findest du die Gegensätze, die zusammengehören?

Ich bin Professor Gegenteil. Andere Professoren nennen mich einen verrückten Professor. Und das nur, weil ich leidenschaftlich gern den ganzen Tag Schokolade in mich reinstopfe. Dabei bin ich außerdem auch noch so vernünftig, neue Schokoladengeschmäcker zu erfinden, wie zum Beispiel Schokolade mit Holzgeschmack – ganz vegan. Dafür reibe ich aktiv das Holz in ganz kleine Spänchen, die passiv in die Schokoladenmasse gedrückt werden. Eine solche natürliche Schokoladensorte ist doch mehr wert, als all die vielen künstlichen Aromen, die es schon gibt. Es ist notwendig für mich, mit Hilfe meines Geistes diese Holzschokolade zu erfinden, damit ich Geld verdiene. Deshalb habe ich nicht die Freiheit, den ganzen Tag faul Schokolade essend herumzuliegen und meinen Körper zu verfetten. Leider habe ich ja schon einen Bauch dank der Ursache, dass ich so gern Schokolade esse. Die Wirkung ist, dass mir meine Hosen viel zu eng geworden sind. Das finde ich subjektiv nicht schlimm, solange ich auf dem Sofa liege, aber objektiv kann ich so nicht das Haus verlassen, weil die Reißverschlüsse nicht mehr zu schließen sind. Die anderen Professoren lächeln über die Zeit, die meine Erfindung benötigt und sagen: Das kann ja noch unendlich lange dauern, wenn nicht gar eine Ewigkeit, bis diese Holzschokoladenerfindung da sein wird. Aber ich meine, es kann sich nur noch um eine endliche Zeit (ca. 2 Monate) handeln bis ich der Menschheit die leckerste Schokolade schenken werde. Mein Werbespruch lautet: Es scheint zwar so, als würde vegane Holzschokolade ungenießbar sein – aber das Gegenteil stimmt!


Von der Philogruppe: Malik (3a), Marlene (3a), Elinor (3b), Mascha (3d), Esmee (3d), Martha (3f), Lasse (4a), Malang (4e), Romy (4c), Helene (4c), Antonia (4f) und Frau Schummer